Zertifikatestrategien
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Discount-Zertifikate

Der Name "Discount-Zertifikat" gibt die Funktionsweise der Produkte bereits vor: Mittels Discount-Zertifikaten können Anleger einen bestimmten Basiswert mit einem Preisnachlass, einem Discount, erwerben. Sie müssen für diesen Basiswert nicht dessen aktuellen Kurs, sondern einen niedrigeren Discountpreis bezahlen. Daher ermöglichen Discount-Zertifikate auch dann eine positive Rendite, wenn der Basiswert unter sein Ausgangsniveau fällt, am Laufzeitende aber dennoch über dem Kaufpreis des Zertifikates liegt. Der Preisabschlag bietet Anlegern einen Risikopuffer gegen mögliche Kursverluste und ermöglicht zudem auch in Seitwärtsmärkten einen Anlageerfolg, was mit einem Direktinvestment nicht möglich wäre. Nur wenn der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende unter den Einstandspreis des Zertifikates gefallen ist, entstehen für Anleger Verluste. Jedoch sind auch in diesem Fall die absoluten Verluste geringer als bei einem vergleichbaren Direktinvestment. Im Gegenzug ist der mögliche Gewinn bei einem Discount-Zertifikat durch eine Obergrenze, den so genannten Cap, begrenzt. An Kurssteigerungen des Basiswertes über den bei Emissionen festgelegten Cap hinaus können Anleger damit nicht profitieren.

So funktionieren Discount-Zertifikate

Die Rückzahlung eines Discount-Zertifikates am Laufzeitende hängt davon ab, ob der Basiswert über, auf oder unter dem Cap notiert. Ist der Basiswert über diese Kursobergrenze hinaus gestiegen, wird der maximal mögliche Betrag ausbezahlt und Anleger erhalten damit eine Rückzahlung in Höhe des Caps. Das bedeutet, dass für den Fall eines starken Kursanstieges des Basiswertes eine Direktinvestition in die jeweilige Aktie oder den Index erfolgreicher gewesen wäre. Notiert der Basiswert zum Laufzeitende dagegen unterhalb des Caps, entspricht die Rückzahlung dem Kurs des Basiswertes.

Verluste würden für Anleger jedoch nur dann entstehen, wenn der Basiswert unter den Emissionspreis bzw. den Kaufkurs des Zertifikates fällt. Daher ist eine positive Mögliche Rückzahlungsszenarien eines Discount-Zertifikates mit einem Discount von 20 Prozent und einem Cap bei 110 Prozent, jeweils ausgehend vom Startkurs des Basiswertes in Höhe von 100 Prozent Rendite auch bei gewissen Kursrückgängen möglich.

Der Einsatz von Discount-Zertifikaten

Discount-Zertifikate sind ein geeignetes Anlageinstrument für Investoren, die mit seitwärts verlaufenden oder leicht fallenden Märkten rechnen und ein geringeres Risiko eingehen möchten als es mit dem direkten Kauf des Basiswertes verbunden wäre. Zudem sind die Produkte eine interessante Investmentchance für solche Anleger, die starke Kursschwankungen erwarten und die Chancen eines attraktiven Preisabschlages nutzen möchten. Dabei lassen sich mit Discount-Zertifikaten unterschiedliche Anlagestrategien umsetzen. Bei der Wahl eines Zertifikates, bei dem der Cap (deutlich) über dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegt, sind hohe maximale Renditen bei einem vergleichsweise geringen Risikopuffer möglich. Discount-Zertifikate mit einer solchen Ausstattung sind die erste Wahl für Anleger, die steigende Kurse des Basiswertes erwarten. Entspricht der Cap eines Discount-Zertifikates in etwa dem aktuellen Kurs des Basiswertes, ist die maximale Rendite bereits erreicht, wenn der Basiswert seitwärts tendiert. Deutliche Kurssteigerungen sind bei der Wahl eines solchen Zertifikats nicht notwendig bzw. nicht vorteilhaft.

Für besonders risikoaverse Anleger eignen sich Discount-Zertifikate, bei denen der Cap deutlich unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegt. Bei einer solchen Produktstruktur sind trotz deutlicher Kursverluste des Basiswertes positive Renditen möglich. Insgesamt sind Discount-Zertifikate ein geeignetes Anlageinstrument für Investoren, die mit seitwärts verlaufenden oder leicht fallenden Märkten rechnen und ein geringeres Risiko eingehen möchten als es mit dem direkten Kauf des Basiswertes verbunden wäre.

Was macht Discount-Zertifikate aus?

Discount-Zertifikate beziehen sich in der Regel auf einzelne Aktien oder auf Aktienindizes, wie den DAX® oder den Dow Jones EURO STOXX 50©. Diese bilden den Basiswert an dessen Wertentwicklung sich das Zertifikat orientiert. Dabei deckt ein Discount-Zertifikat zumeist genau eine Aktie ab. Bei Indizes entspricht ein Zertifikat üblicherweise einem Hunderstel des Indexstandes. Beim DAX® entspräche also ein DAX®-Punkt einem Cent.
Der Kaufpreis eines Discount-Zertifikats liegt immer unter dem aktuellen Preis des Basiswerts. Soll heißen: Als Käufer des Zertifikats steigen Sie zu einem günstigeren Kurs ein, als dies bei einem Direktinvestment in die entsprechende Aktie oder den Index der Fall wäre. Daraus ergeben sich eine Reihe von Vorteilen, die beim Blick auf den Rückzahlungsfall am Laufzeitende deutlich werden. Dann zeigt sich nämlich, dass Sie in beinahe jedem Marktszenario einen deutlichen Renditebonus gegenüber dem Direktkauf erzielen. Dreh- und Angelpunkt ist hierbei die als „Cap“ bezeichnete Kursschwelle. Sie zeigt an, welchen Ertrag Sie im günstigsten Fall mit dem Discount-Zertifikat erzielen können. Dazu kommt es, wenn der entsprechende Basiswert am Abrechnungstag oberhalb dieser Cap-Marke notiert. Wie weit er darüber liegt, spielt keine Rolle. Aber auch wenn dieser Idealfall nicht eintritt, muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass Ihr Engagement in die falschen Bahnen läuft. Denn auch bei einem Aktienkurs unterhalb der Cap-Marke sind positive Erträge möglich. Sie müssen sich in diesem Fall aber darauf einstellen, dass Sie am Fälligkeitstag nicht den Maximalertrag sondern lediglich den gültigen Börsenkurs des Basiswerts erstattet bekommen.

Discount-Zertifikate-Beispiel:

Die Aktie des DAX®-Unternehmens xy notiert bei 80 Euro. Ein xy-Discount-Zertifikat mit Cap bei 80 Euro kostet zum gleichen Zeitpunkt aber nur 68 Euro. Somit könnte die xy-Aktie bis zu 12 Euro (also 15 Prozent!) an Wert verlieren, ohne dass Sie mit Ihrem Zertifikat Geld verlieren würden. Denn der dann fällige Erstattungsbetrag von 68 Euro entspricht genau Ihrem Discount-Einstiegskurs. Bei einem Kauf der Aktie hätten Sie zu diesem Zeitpunkt allerdings 15 Prozent Ihres Geldes eingebüßt. Beim Zertifikat gilt stattdessen: außer Spesen nichts gewesen. Die Verlustzone beginnt bei Discount-Zertifikaten also ein deutliches Stück später als bei der Aktie.

Aber auch, wenn sich die xy-Aktie positiv entwickelt, haben Sie mit dem Discount-Zertifikat lange die Nase vorn. Denn wenn die xy-Aktie von 80 auf 85 Euro steigt, dann hätte der Aktionär, ausgehend von seinem Einstiegskurs, fünf Euro oder 6,3 Prozent hinzu gewonnen. Sie hingegen gewinnen zwölf Euro. Schließlich liegt der Aktienkurs oberhalb des Cap (bei 80) und damit haben Sie Ihre maximale Rendite erreicht und bekommen den vollen Höchstbetrag – also 80 Euro – erstattet. Das entspricht einem prozentualen Gewinnzuwachs von 17,6 Prozent gegenüber dem Startkurs von 68 Euro. Damit Sie mit der Aktie den gleichen prozentualen Gewinn erzielen, müsste der Börsenkurs unseres xy-Unternehmens bis auf 94,10 Euro in die Höhe schnellen. Erst bei Kurszuwächsen bis über diesen Punkt hinaus, würden Sie mit dem Discount-Zertifikat gegenüber der Aktie ins Hintertreffen geraten – denn mehr als die 17,6 Prozent können Sie in keinem Fall erzielen. Dafür erreichen Sie diese Rendite aber selbst dann, wenn sich die Aktie überhaupt nicht von der Stelle bewegt und sie bis zum Schluss bei den anfänglichen 80 Euro verharrt. Auch dann wäre die Voraussetzung für die Erstattung des Maximalertrages bei dem Zertifikat mit Cap 80 Euro erfüllt. 

Die Discount-Zertifikate-Strategie:

Das vorhergehende Beispiel hat gezeigt, dass der Discount-Anleger in beinahe jedem Marktszenario eine bessere Performance erzielt als ein Investor, der direkt in die Aktie investiert. Einzige Ausnahme sind massive Kurssprünge der Aktie. An diesen hat der Discount-Anleger nur solange teil, bis seine Maximalrendite erreicht ist. Im Gegenzug verschafft er sich mit der Discount-Strategie einen beträchtlichen Risikopuffer gegenüber einem „ungesicherten“ Einstieg in eine Aktie oder einen Index. Und gleichzeitig erhält er die Chance auch dann eine ansehnliche Rendite zu erzielen, wenn sich der Basiswert nicht oder nur in sehr beschränktem Umfang bewegt.

Es gibt also zwei sehr unterschiedliche Beweggründe für den Einsatz von Discount-Zertifikaten:

„Sie sind zwar von der Aktie X überzeugt, möchten aber das Risiko von Kursverlusten möglichst gering halten.“
„Sie glauben, dass die Aktie Y in den kommenden Monaten keine nennenswerten Kursgewinne verzeichnen kann.“

Risikosteuerung über die Wahl des richtigen „Cap“

Die Auswahl des „richtigen“ Discount-Zertifikats hängt entscheidend davon ab, welche dieser Motivationen beim Anleger überwiegt. Dabei kommt dem schon mehrfach genannten Cap, also der fixierten Obergrenze für die Erstattung, die größte Bedeutung zu.

Grundsätzlich gilt:
» je höher dieser Cap gewählt wird, desto größer ist auch der zu erzielende Maximalertrag. Umgekehrt steigt mit hohen Caps aber auch die Gefahr, dass der anvisierte Maximalertrag verfehlt wird.
  
Mit anderen Worten: wie überall an der Börse gilt auch in der Discount-Welt die Grundweisheit, dass höhere Chancen mit höheren Risiken „erkauft“ werden müssen. Das ist unmittelbar einleuchtend und wird anschaulich, wenn wir noch einmal auf das xy-Beispiel zurückgreifen:
  
Die xy-Aktie notiert bei 80 Euro. Bei einem Discount-Zertifikat mit einer Maximalerstattung (Cap) von 100 Euro müsste die Aktie folglich um wenigstens 25 Prozent steigen, damit die Höchstrendite erreicht wird. Denn Voraussetzung hierfür ist ja, dass der Aktienkurs am Ende der Laufzeit oberhalb der Cap-Marke notiert. Bei einem Cap von 80 Euro müsste die Aktie hingegen lediglich das aktuelle Kursniveau verteidigen, um in den Genuss der Maximalausschüttung zu kommen. Und bei einem Cap von 60 Euro dürfte sie sogar 20 Euro an Wert verlieren, ohne dass die Maximalrendite gefährdet wäre.

   Zertifikat A  Zertifikat B  Zertifikat C
 Kurs Aktie

 80

 80

 80

 Cap

 60

 80

 100

 Kurs Zertifikat

 55

 68

 75

 Discount

 31,3%

 15%

 6,3%

 Maximalertrag
 des Zertifikats

 9,1%

 17,6%

 33,3%

 Notwendige
 Performance

 -25%*

 0

 25%



Einen raschen Überblick über die Wahrscheinlichkeit zum Erreichen der Höchstrendite gibt die Kennzahl der notwendigen Performance. Sie zeigt an, welche positive Bewegung der Aktie benötigt wird, um bei dem Discount-Zertifikat in den Genuss der vollen Maximalerstattung zu kommen. Es handelt sich gleichsam um eine Risikokennziffer, denn je weniger Unterstützung durch die Aktie Sie benötigen, desto geringer ist die Gefahr, dass Sie das Renditeziel verfehlen. Ist diese Kennzahl negativ *, so bedeutet dies nicht, dass die Aktie fallen muss um die Maximalrendite zu erzielen. Die negative Zahl gibt lediglich an um wieviel die Aktie maximal fallen darf, so dass mit dem Zertifikat immer noch die Maximalrendite erzielt wird.
Welches der drei Discount-Zertifikate das „beste“ ist, hängt wesentlich von der  Erwartungshaltung und der Risikoneigung des Anlegers ab und kann nicht ohne weiteres beantwortet werden.

Zertifikat A verfügt über einen beträchtlichen Sicherheitspuffer von mehr als 30 Prozent. Denn bevor der Anleger mit diesem Zertifikat einen Kapitalverlust erleidet, müsste die Aktie bis unter seinen Einstiegskurs von 55 Euro absacken, was einen Kurseinbruch von 31,3 Prozent voraussetzt. Als Gegenleistung für diese Sicherheit muss sich der Käufer des A-Zertifikats allerdings mit einer maximalen Rendite von 9,1 Prozent „begnügen“. Und die bekäme er selbst dann, wenn die Aktie ein Viertel ihres Wertes einbüßt und von 80 auf 60 Euro abstürzt.Dort liegt sein Cap und trotz der desaströsen Kursentwicklung der Aktie würde der Anleger eine Rendite von 9,1 Prozent erzielen.

Anders stellt sich die Ausgangslage bei Zertifikat B dar. Hier reduziert sich der Risikopuffer auf 15 Prozentpunkte. Denn schon wenn die Aktie unter 68 rutscht, muss der Anleger mit Einbußen rechnen. Seine Entschädigung ist eine merklich höhere Zielrendite von 17,6 Prozent. Die erreicht er, wenn die Aktie zumindest den Startkurs verteidigen kann. Wenn sie steigt, dann hat er ohnehin gut lachen. Als zusätzliches Plus können Zertifikate des Typs B einen besonders hohen Seitwärts-Ertrag vorweisen. Das heißt, sie bringen die höchsten Renditen, wenn sich die vom Zertifikat abgebildete Aktie im Zeitlauf gar nicht von der Stelle bewegt oder wenn sie nach kräftigen Aufs und Abs wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt.
Die Wahl von Zertifikat C setzt hingegen eine grundsätzlich positive Erwartung bezüglich der Aktie voraus. Denn der Seitwärtsertrag beschränkt sich auf die fünf Euro, die zwischen dem Kaufkurs des Zertifikats und dem aktuellen Aktienkurs liegen. Auch der Sicherheitspuffer ist vergleichsweise gering, da schon bei Aktien-Kursrückgängen von mehr als 6,3 Prozent auch beim Zertifikats-Käufer erste Minuszeichen aufblinken würden. Im Gegenzug ist der Anleger aber bei einer positiven Kursentwicklung der Aktie stärker beteiligt. Ihm winken immerhin Ertragszuwächse von bis zu 33,3 Prozent, da aus den 75 anfangs investierten Euro, stattliche 100 werden, wenn die Aktie den Sprung über die 100-Euro-Marke schafft.

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